Innovation für Rosenheim - IKWK zieht ein

Oberaustraße.Kran
© Stadtwerke Rosenheim

Neues IKWK an der Oberauerstraße

Was für ein neues Gebäude ist eigentlich auf dem Stadtwerke-Gelände an der Oberaustraße entstanden? Und wofür wird es genutzt? Johannes Seidl von den Stadtwerken Rosenheim weiß es. Er leitet dort das Bauprojekt.

„Wir haben in der Oberaustraße ein Gebäude für unsere ersten innovativen Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen (iKWK) errichtet, die hier in den nächsten Tagen und Wochen eingebracht werden“, erklärt Johannes Seidl. „Wir werden an diesem Standort einen Gasmotor und erstmalig auch einen Elektrokessel installieren.“

Der Gasmotor wird in zwei Teilen per Tieflader geliefert

Die beiden Anlagenteile werden vor Ort mit zwei Kränen vorsichtig in das neue Gebäude gehoben und miteinander gekoppelt. Auch der neue Elektrokessel wird eine ähnlich spannende Reise hinter sich bringen. „Die Anlieferung und Einbringung solcher Anlagen ist schon großes Kino“, schmunzelt Johannes Seidl. „Danach geht es bei uns direkt mit der Anlageninstallation weiter.“ Allein mit dem Verdrahten und Verrohren der Anlagen ist es jedoch nicht getan. Auch eine umfassende Elektroinstallation mit Trafos und Schaltanlagen wird noch benötigt, um den Gasmotor und den Elektrokessel in Betrieb nehmen zu können. Zudem wird aufgrund der strengeren Anforderungen an die Luftreinhaltung ein sogenannter SCR-Katalysator verbaut. Mit dem lässt sich der Motor ähnlich wie beim PKW mit AdBlue besonders emissionsarm betreiben – das kommt dem Umweltschutz zugute.

Einbau des Gasmotors in der Oberaustraße
© Stadtwerke Rosenheim
SWRO-Gebäude mit Gasmotor in Oberaustraße
© Stadtwerke Rosenheim
Einbau des Gasmotors in der Oberaustraße
© Stadtwerke Rosenheim

Ende 2021 sollen die beiden Anlagen in Betrieb gehen

Dann wird der Gasmotor mit seiner elektrischen Leistung von 4.507 kW und seiner thermischen Leistung von 4.748 kW hocheffizient und ressourcenschonender Strom und Fernwärme für Rosenheim produzieren. Der Elektrokessel kommt mit seiner elektrischen Leistung von 1.800 kW bei Bedarf zum Einsatz.

Zum Beispiel dann, wenn Wind- und Photovoltaikanlagen eine so hohe Einspeiseleistung erzielen, dass sie eigentlich abgeschaltet werden müssten, um das Stromnetz nicht zu überlasten. In diesen Spitzenzeiten kann der Elektrokessel mit dem Strom aus erneuerbaren Energien Wasser für das Fernwärmenetz erhitzen und bereitstellen.

Energiepolitische Zielsetzungen und Maßnahmen

Zu den beiden Anlagen gehört im Zuge des geförderten iKWK-Systems noch eine Wärmepumpe, die am Müllheizkraftwerk (MHKW) gleich neben dem Mühlbach errichtet wird. Sie wird bis März 2022 in Betrieb gehen und erneuerbare Wärme für Rosenheim erzeugen. Und dann gehen die Stadtwerke 2022 und 2023 zwei weitere iKWK-Projekte an. Damit Rosenheim seine engagierten Klimaziele erreicht!

  • 16 500 Tonnen CO₂ Einsparung pro Jahr ist das Ziel durch die Investition
  • 1 320 000 Bäume benötigen ein Jahr um 16.500 Tonnen CO₂ in Sauerstoff umzuwandeln

iKWK-Systeme für Rosenheim

Die Stadtwerke Rosenheim haben von der Bundesnetzagentur Zuschläge für insgesamt drei innovative Kraft-Wärme-Kopplungssysteme (iKWK) erhalten. Das erste geförderte Anlagensystem, das aus einem Gasmotor, einem Elektrokessel und einer Wärmepumpe besteht, wird in diesem Jahr installiert, die beiden anderen in 2022 und 2023. Insgesamt werden die Anlagen die CO₂-Emissionen in Rosenheim um 16.500 t jährlich reduzieren.

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