Energy Sharing in Rosenheim: Bald lässt sich Solarstrom gemeinsam nutzen

Menschengruppe mit Glühbirnen in den Händen
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Solarstrom erzeugen, teilen und direkt vor Ort nutzen: Mit Energy Sharing entwickeln wir von den Stadtwerken Rosenheim ein neues Angebot für Privathaushalte, Unternehmen, Vereine und Kommunen. Über unsere Plattform können sich Stromerzeuger und -verbraucher zu Energiegemeinschaften zusammenschließen und lokal erzeugten Strom über das öffentliche Stromnetz miteinander teilen. Sogar ohne eigene Photovoltaikanlage ist es dann möglich, Teil der Energiegemeinschaft zu sein. Wir übernehmen die Technik und die energiewirtschaftlichen Prozesse im Hintergrund: Im ersten Quartal 2027 wollen wir die ersten Energie-Communities in Rosenheim starten.

Strom untereinander zu teilen, bietet enormes Potenzial

Die Idee ist ganz einfach: Wer eine Photovoltaikanlage (PV) betreibt und mehr Strom erzeugt, als selbst gerade benötigt wird, stellt diesen Überschuss der Energiegemeinschaft zur Verfügung. Entweder gelangt der Strom in einen „großen Topf“ und andere Mitglieder können ihn nutzen. Oder er wird gezielt klar definierten Verbrauchern zur Verfügung gestellt: Ein Unternehmen könnte mit dem Strom aus der eigenen PV-Anlage weitere Firmenstandorte versorgen. Eine Kommune könnte den selbst erzeugten Strom an ihre verschiedenen Liegenschaften weiterreichen. Vereine könnten Partner, Fans und Sponsoren für eine eigene Strom-Community gewinnen. Und Privatpersonen? Die können auch ohne eigene Solaranlage mitmachen und ebenfalls Strom aus der Energy-Sharing-Community beziehen. Unsere Plattform bringt technisch alle zusammen.

Und wenn die Gemeinschaft nicht genug Strom hat?

Dann sind wir von den Stadtwerken Rosenheim da. Denn eine Energiegemeinschaft soll auch in Zeiten ohne Sonnenschein jederzeit sicher versorgt sein. Deshalb verbinden wir Energy Sharing mit dem, was wir als Energieversorger ohnehin können: Strom beschaffen, liefern und vermarkten. Erzeugt die Gemeinschaft gerade zu wenig, liefern wir den fehlenden Strom. Produziert sie mehr, als ihre Mitglieder verbrauchen, vermarkten wir den Überschuss. Für die Teilnehmenden soll das möglichst unkompliziert sein. Wir kümmern uns im Hintergrund darum, dass aus der guten Idee ein funktionierendes Energiemodell wird.

Warum wird das jetzt möglich?

Energy Sharing ist in Deutschland noch neu. Das Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) hat erst am 1. Juni 2026 den rechtlichen Rahmen dafür geschaffen, selbst erzeugten Strom innerhalb einer Gemeinschaft über das öffentliche Stromnetz zu teilen. Das kann z. B. für ältere Photovoltaikanlagen eine interessante Lösung sein, die aus der 20-jährigen EEG-Förderung fallen. Deren Betreiber erhalten keine garantierte Einspeisevergütung mehr, sondern lediglich den sogenannten Marktwert Solar von zurzeit ca. 3 bis 5 ct/kWh. Nach dem derzeit vorliegenden Entwurf der EEG-Novelle 2027 sollen sich zum 1. Januar 2027 die Bedingungen für die Vermarktung von Strom aus neuen Photovoltaikanlagen wesentlich ändern. Insbesondere soll die Direktvermarktung für neue Anlagen bis 100 kW deutlich ausgeweitet werden. Für neue Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von unter 25 kW ist vorgesehen, die bisherige dauerhafte EEG-Förderung durch eine stärkere Marktintegration und einen befristeten Direktvermarktungsbonus zu ersetzen. Eine Energiegemeinschaft kann auch hier die passende Möglichkeit sein. Bereits bestehende Anlagen mit laufender Einspeisevergütung sind davon nicht betroffen. Wer eine solche Solaranlage betreibt oder sie noch bis Ende 2026 ans Netz bringt, behält seine bisherige Vergütung unverändert für die gesamte Laufzeit.

Welche Voraussetzungen gibt es fürs Energy Sharing? 

Ganz ohne Technik funktioniert das Teilen von Strom nicht. Voraussetzung für die Teilnahme ist ein Smart Meter an jedem Zählpunkt. Dieses intelligente Messsystem misst, wann Strom erzeugt und verbraucht wird: Nur so wird die Zuordnung innerhalb der Gemeinschaft möglich. Übrigens: Netzentgelte, Steuern und Abgaben werden auch beim Energy Sharing anfallen. Dennoch wird der Community-Strom im Vergleich zu üblichen Stromtarifen etwas günstiger sein.

Was könnte ihre Energiegemeinschaft sein?

Genau das möchten wir herausfinden, denn Energy Sharing kann viel mehr sein, als Solarstrom von einem Dach in einen „Topf“ zu geben. Vor dem Start testen wir unsere Plattform deshalb mit ausgewählten kommunalen und industriellen Kunden sowie mit einzelnen Haushalten. Unternehmen mit größeren Erzeugungsmengen begleiten wir individuell – bis hin zu eigenen Ideen für Community-Stromprodukte. Für Privatkundinnen und -kunden soll die Teilnahme später unkompliziert digital über unsere Website möglich sein. Und wer gerne persönlich mit uns über Energy Sharing sprechen möchte, kann sich natürlich jederzeit an unser Kundenzentrum wenden: Im 1. Quartal 2027 wollen wir in Rosenheim mit den ersten Energie-Communities starten.