Wir machen das Rosenheimer Stromnetz fit für morgen

Stromkabel in einer Baustelle
© Shutterstock/ThomBal

Während immer mehr Photovoltaikanlagen Strom ins Netz einspeisen, braucht die wachsende Zahl an Wallboxen und Wärmepumpen jede Menge Leistung. Für unser Rosenheimer Stromnetz bedeutet das: es muss mitwachsen. Dafür verstärken wir Leitungen, modernisieren Anlagen und planen schon jetzt, was in fünf, zehn oder 20 Jahren gebraucht wird. Hier erfahren Sie, wie unser Netz-Team das Stromnetz Schritt für Schritt fit für die Energiewende macht – und warum dabei selbst ein Lüftungsgitter eine wichtige Rolle spielen kann.

Alle zukünftigen Entwicklungen im Blick

„Wir fragen uns rund um das Stromnetz immer, was in fünf, zehn oder 20 Jahren gefragt sein wird“, so Thaddäus Müller, Abteilungsleiter Grundsatzplanung. „Das betrifft Hausanschlüsse genauso wie die Leitungen und Trafostationen. Wenn an vielen Stellen mehr Leistung gebraucht und eingespeist wird, muss auch die Infrastruktur dahinter mithalten.“

Natürlich gilt es auch, mögliche Überlastungen im Stromnetz zu vermeiden – an einem sonnenreichen Tag zum Beispiel, wenn besonders viel Solarstrom gleichzeitig eingespeist wird. Um auch dann alles unter Kontrolle zu behalten, wird das Netz in der Leittechnik rund um die Uhr überwacht. Nähert sich die Belastung an einer Stelle einem kritischen Bereich, zeigt das System dies sofort an. So kann das Team eingreifen und einen möglichen Ausfall verhindern.

„Diese Daten sind für uns ein ebenso wichtiges Werkzeug für die Netzplanung, weil wir damit Entwicklungen simulieren können“, erklärt Thaddäus Müller. „Auch dadurch erkennen wir frühzeitig, wo unser Netz an seine Grenzen stoßen könnte und können entsprechend investieren.“ So werden jedes Jahr Leitungen erneuert, Anlagen verstärkt und neue Anforderungen in die Planung aufgenommen – für ein zukunftssicheres Stromnetz. 

Auch ein Lüftungsgitter gehört zur Versorgungssicherheit

Im Alltag der Netzkolleginnen und -kollegen geht es aber manchmal auch nur um kleine Dinge, die im Zuge der vorbeugenden Instandhaltung anfallen – zum Beispiel um ein Lüftungsgitter in einer Trafostation, das gereinigt werden muss. Oder um die Frage, ob die Beleuchtung darin funktioniert – das ist wichtig, wenn nachts gearbeitet werden muss. Elektrische Kontaktstellen werden ebenfalls regelmäßig kontrolliert. Dabei kommt u. a. eine Wärmebildkamera zum Einsatz, die zeigt, ob eine Verbindung ungewöhnlich warm wird. Ist das der Fall, kann eine mögliche Störung von vornherein verhindert werden.

Und was passiert, wenn doch einmal etwas ausfällt?

Doch selbst ein gut geplantes und gewartetes Stromnetz ist nicht vor jeder Störung geschützt. Ein Kabel kann bei Bauarbeiten beschädigt werden, auch technische Bauteile können ausfallen. Dann zählt, wie schnell das Netz-Team reagieren kann. „Je nach Störung können unsere Netzexperten betroffene Bereiche durch entsprechende Schaltungen über andere Netzabschnitte versorgen“, so Thaddäus Müller. „Auch unser Bereitschaftsdienst ist rund um die Uhr greifbar. Und was dann zu tun ist, wird nicht erst besprochen, wenn die Störung da ist. Wir üben unterschiedliche Szenarien regelmäßig. Dabei geht es um Netzführung und Technik, aber genauso um die richtige Information.“

Wer informiert wen? Wer übernimmt welche Aufgabe? Wie erfolgt bei einem größeren Ereignis die Abstimmung mit Stadt und Behörden? Für alles gibt es klare Abläufe. Und daneben können sich auch die Menschen zu Hause auf eine mögliche Störung vorbereiten. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz stellt dafür einen praktischen Notfall-Ratgeber bereit. „Da zeigt sich, für wie viele Dinge wir alle Strom im Alltag benötigen“, so Thaddäus Müller. „Gute Vorbereitung zahlt sich auch hier aus.“