Das Rosenheimer Verfahren
Wie viel Innovationskraft im Rosenheimer Verfahren zur Biomassevergasung steckt, zeigt sich schon seit fast 20 Jahren: Diese Anlagen wandeln Holz bei ca. 1.000 °C in brennbares Holzgas um, das in Gasmotoren zur Strom- und Wärmeproduktion eingesetzt wird. Jetzt haben die Stadtwerke mit der Einweihung einer weiteren Holzgasanlage wieder neue Maßstäbe bei der Leistungsfähigkeit gesetzt!
Hinter dem Rosenheimer Verfahren zur Biomassevergasung steckt die kontinuierliche Entwicklungsarbeit des Stadtwerke-Teams. Versuchsanlagen bildeten die Basis für die erste Holzgas-Produktionsanlage PGW 300, die 2015 bei den Stadtwerken Brixen in den Regelbetrieb ging. Und die neue Anlage, die von den Stadtwerken Rosenheim im November 2023 in der Simsseestraße eingeweiht wurde, wartet mit noch mehr Power auf.
Der Holzvergaser PGW 500
Der PGW 500 bietet eine elektrische Leistung von bis zu 275 kW und eine thermische Leistung von 550 kW. Je nach Auslastung kann die Anlage so mithilfe eines Gasmotors jährlich bis zu 4.125 Megawattstunden Wärme und 2.060 Megawattstunden Strom für Rosenheim erzeugen – regenerativ und CO2-neutral aus Holz. Dafür sorgen auch die vielen verfahrenstechnischen Verbesserungen, die das Projektteam im Vergleich zu den Versuchsanlagen erzielt hat.
Lambda-Regelung
Besonders innovativ ist die bei den Stadtwerken entwickelte Lambda-Regelung des Vergasungsprozesses. Diese Regelung sorgt für eine schnelle, gezielte Modulierbarkeit der Leistung. So unterstützt die neue Holzgasanlage nicht nur die Fernwärme- und Stromversorgung in Rosenheim. Sie trägt sogar zur Stabilität des deutschen Stromnetzes bei, gerade dann, wenn zu wenig erneuerbar erzeugter Strom aus Windkraft- und Photovoltaikanlagen zur Verfügung steht.