Wie wird sichergestellt, dass im Müllheizkraftwerk Rosenheim alles zuverlässig läuft? Die Stadtwerke Rosenheim prüfen ihre Anlagen regelmäßig – insbesondere die Druckbehälter wie Dampfkesselanlagen, Wärmespeicher und Wärmetauscher werden dabei mit großem Aufwand von innen und außen betrachtet. Ein Blick hinter die Kulissen zeigt, wie viel Know-how und Präzision dafür notwendig sind.
Im Müllheizkraftwerk steht Sicherheit an erster Stelle
Ob Wärmespeicher, Dampfkessel, Wärmetauscher oder Druckluftspeicher: Im Müllheizkraftwerk gibt es viele sogenannte Druckbehälter – und die stehen täglich unter einer enormen Belastung. Deshalb werden sie regelmäßig und sehr genau überprüft.
Warum das so wichtig ist, zeigt ein einfaches Beispiel: Schon ein kleiner Kompressor kann bei einem Defekt zur Gefahr werden. Im Müllheizkraftwerk aber bewegen sich die Dimensionen der Druckbehälter in einer ganz anderen Größenordnung. Allein ein Wärmespeicher fasst dort 234.500 Liter Wasser, hält Temperaturen von bis zu 140 Grad stand und steht unter einem Druck von über 10 bar. Entsprechend streng sind die gesetzlichen Vorgaben, die an solche Druckbehälter gestellt werden: Die Betriebssicherheitsverordnung und weitere Richtlinien müssen eingehalten werden.
Ein Blick ins Detail
Für unser Team im Müllheizkraftwerk bedeutet das: regelmäßige, aufwändige Prüfungen an den Druckluftbehältern – von innen und außen. „Rund 160 Prüfungen stehen jedes Jahr an“, erklärt Marco Riedler, der für den Betrieb der Erzeugungsanlagen verantwortlich ist. „Dabei schauen wir unter anderem, ob die Sicherheitssysteme zuverlässig reagieren – ob sich ein Kessel zum Beispiel automatisch abschaltet, wenn Grenzwerte erreicht sind.“
Viele Prüfungen gehen dabei weit ins Detail: Per Ultraschall werden selbst kleinste Materialveränderungen sichtbar gemacht, und feinste Oberflächenfehler lassen sich mit fluoreszierenden Stoffen unter UV-Licht aufspüren. Auch Schweißnähte werden mit speziellen Verfahren überprüft. Teilweise steigt das Team dafür direkt in die Anlagen hinein, um wirklich jeden Bereich untersuchen zu können.
Planung, Präzision und Teamarbeit
Die größte Herausforderung aber ist die Kesselanlage des Müllheizkraftwerks selbst. Für ihre Überprüfungen braucht das Team bis zu zwei Wochen. „In diesem Sommer nehmen wir den Dampfkessel 4 genau unter die Lupe – mit bis zu 145 einzelnen Messungen“, so Marco Riedler. „Das meiste erledigen wir selbst, denn unsere Fachexperten im Kraftwerk kennen unsere Anlagen am besten. Und genau dieses Wissen ist entscheidend.“
Die Druckbehälterprüfungen finden bewusst in den Sommermonaten statt, wenn weniger Anlagen benötigt werden. Durch einen abgestimmten Ablaufplan greifen dabei alle Arbeitsschritte exakt ineinander. Und am Ende jeder Prüfung folgt ein Prüfzertifikat der zugelassenen Überwachungsstelle (ZÜS) – die bestätigen, dass die Anlage sicher ist und weiterhin betrieben werden kann. Damit die Ver- und Entsorgungssicherheit für die Stadt Rosenheim jederzeit gegeben ist.