Rosenheim wurde im März zum Zentrum der bayerischen Wasserwirtschaft: Bei der VBEW-Fachtagung Wasser kamen über 100 Expertinnen und Experten aus Wasserwirtschaft, Politik und Wissenschaft zusammen. Gemeinsam wurde über Klimawandel, neue gesetzliche Rahmenbedingungen und innovative Lösungen diskutiert. Wir waren als Partner mittendrin – und zeigten anhand eigener Beiträge und Projekte, wie eine resiliente und zukunftsorientierte Trinkwasserversorgung bei uns vor Ort aktiv gestaltet wird.
Hochkarätiger Austausch in Rosenheim
„Resilienz und Innovation“ lautete das Leitmotiv der diesjährigen VBEW-Fachtagung, die von Marian Rappl, dem Hauptgeschäftsführer des VBEW und unserem Geschäftsführer Heiko Peckmann gemeinsam eröffnet wurde. Über 100 Fachleute kamen hier zusammen, darunter auch Mitglieder des Bayerischen Landtags.
Im Fokus standen nicht nur spannende Fachvorträge, z. B. zum Einsatz von KI-Lösungen in der Wasserversorgung oder zur Kopplung von Hochwasserschutz und Dürreversorgung. Auch der intensive Austausch zwischen Politik, Wissenschaft und Praxis prägte die Veranstaltung – so etwa in der Podiumsdiskussion mit Landtagsabgeordneten, die unter anderem die Finanzierung von Klimaanpassungsmaßnahmen und einer resilienteren Trinkwasserversorgung zum Thema machte.
Neue Regeln für eine schützenswerte Ressource
Hier ging es auch um den sogenannten Wassercent, den der Landtag im Zuge der Novelle des Bayerischen Wassergesetzes eingeführt hat. Ab 1. Juli 2026 tritt die Regelung in Kraft – 10 Cent pro Kubikmeter gefördertem Grundwasser sind dann von allen Wasserversorgern in Bayern abzuführen. Die Einnahmen sind zweckgebunden und sollen gezielt in den Grundwasserschutz und eine nachhaltige Wasserbewirtschaftung investiert werden.
Kein Problem im wasserreichen Süden?
Das Wasserwirtschaftsamt Rosenheim wies zudem auf schleichende Veränderungen in mehreren Bereichen hin: Demografische Entwicklungen, Klimawandel, Landschaftswandel, mögliche Schadstoffeinträge und der Optimierungsbedarf in der Wasserinfrastruktur erfordern Anpassungen, die sich jedoch nicht auf die Schnelle realisieren lassen. Deshalb muss auch der wasserreiche Süden langfristig denken und gezielt handeln.
Rosenheim handelt gezielt
Die anderen Fachvorträge setzten an den beiden Tagen weitere spannende Impulse. Martin Winkler, unser Abteilungsleiter Wassernetz, trug mit seinem Vortrag „Vom Überfluss zur Sorge? Trinkwasser neu denken“ dazu bei. „Wir arbeiten seit Jahren daran, unsere Trinkwasserversorgung auf die Zukunft auszurichten“, berichtet er. „Ein Beispiel dafür ist, wie wir unsere Wasserverluste im Netz von rund 20 % im Jahr 2012 auf unter 5 % senken konnten. Möglich wurde dies durch eine Clusterung des Netzes, moderne Messtechnik, konsequente Überwachung und gezielte Sanierungsmaßnahmen.“
Parallel dazu setzen die Stadtwerke Rosenheim in Wasserschutzgebieten auf naturnahe Bewirtschaftung und fördern die ökologische Landwirtschaft, um die Qualität des Grundwassers langfristig zu sichern. Und neben dem langfristigen Aufbau einer vollständig redundanten Trinkwassergewinnung forcieren und erweitern wir unsere guten Partnerschaften mit benachbarten Versorgern.
Technologie als Teil der Lösung
Darüber hinaus spielt die Digitalisierung eine immer größere Rolle: Wir arbeiten am Aufbau eines digitalen Zwillings des Wassernetzes. Damit lassen sich Trinkwasserflüsse im Netz genauer analysieren, Auffälligkeiten schneller erkennen und der Betrieb effizienter steuern. So schützen wir die wertvolle Ressource Wasser und senken unseren Energiebedarf.
„Die Trinkwasserversorgung für den Raum Rosenheim ist sehr gut aufgestellt.“, betont Heiko Peckmann. „Dennoch ist es unsere Aufgabe, heute schon an morgen zu denken und die Versorgung vorausschauend abzusichern. Der Austausch auf Landesebene wie bei dieser Fachtagung ist dafür wichtig – weil hier unterschiedliche Perspektiven zusammenkommen und gemeinsam innovative Lösungen gedacht werden.“