Ein Eishockey-Hobbyteam, das gerne in Serie Titel einfährt: das ist das Stadtwerke-Rosenheim-Eishockey-Team. 1982 gegründet, wurden schon 23 Meistertitel erspielt. Wie aus der Mannschaft von Stadtwerke-Mitarbeitern einer der erfolgreichsten RHL-Clubs wurde, und warum jetzt Titel Nummer 24 der Rosenheim Hockey League (RHL) das Ziel ist, erfahren Sie hier.
Späte Spiele auf dem Eis
Kufen kratzen, Schläger klacken und der Puck flitzt übers Eis: So geht’s alle 14 Tage dienstags um 21:30 Uhr in der Eissporthalle Rosenheim zu. Für die Spieler des Stadtwerke-Rosenheim-Eishockey-Teams ist das die ganz normale Uhrzeit fürs Training, für ein Heimspiel oder auch für ein Auswärtsspiel in der Rosenheim Hockey League (RHL). Denn die Eiszeiten sind knapp in einer Stadt, in der Eishockey eine große Rolle spielt.
Gegründet mitten im Eishockeyfieber
Die Geschichte der Stadtwerke-Hobbymannschaft beginnt 1982 – mitten in einem besonderen Eishockeyjahr. Rosenheim war längst eine Hochburg des Sports, doch gerade in diesem Jahr holte das damalige Bundesliga-Team Sportbund Rosenheim (jetziges DEL2-Starbulls-Team) den ersten deutschen Meistertitel. Und mitten in dieser Euphorie gründete Klaus Wallner seine Hobbymannschaft. Mehr als 40 Jahre arbeitete er bei den Stadtwerken Rosenheim, auch weitere Kollegen spielten im Team mit. Das machte ihm so viel Spaß, dass er das Team rund 25 Jahre lang betreute.
Zur Mannschaft kamen ehemalige Spieler aus der 1. und 2. Bundesliga hinzu. Ebenso DEL2- und Starbulls-Nachwuchsspieler sowie ambitionierte Hobbyspieler. Diese Qualität hat der Kader bis heute – auch, wenn die Mannschaft erst spät am Abend aufs Eis kann. Inzwischen kümmert sich Robert Endlich darum, dass auch abseits des Eises alles läuft. „Bei jeder Hobbymannschaft gibt es einen, der die ganze Arbeit macht“, sagt er lachend, „bei uns bin ich das.“ Aktive Stadtwerke-Mitarbeiter sind zurzeit nicht unter den Spielern zu finden. Geblieben sind aber der Name, die Verbindung und die besondere Erfolgsgeschichte.
Zehn Jahre, zehn Titel
Denn das Team holte in der obersten Liga 23-mal den Meistertitel – mehr Titel als alle anderen Mannschaften zusammen. Allein schon die Serie von 1990 bis 1999 ist bemerkenswert: In zehn Spielzeiten gewann das Stadtwerke-Rosenheim-Team zehn RHL-Meisterschaften. Auch danach sammelte die Mannschaft viele Meistertitel ein, und schnappte sich einmal den „Munich Barons Cup“. Selbst in diesem Jahr gewann sie das Finale gegen die Black Shark Rosenheim mit 5:0 und konnte damit bereits ihren 23. RHL-Titel behaupten. Es war zugleich seit 2023 die vierte Meisterschaft in Folge.
Und jetzt Nummer 5
Der Kader bleibt auch in dieser Saison weitgehend zusammen. „Unser Ziel kann nur die Titelverteidigung sein“, sagt Robert Endlich. Nach der Sommerpause kratzen also wieder dienstags um 21:30 Uhr die Kufen des Stadtwerke-Rosenheim-Eishockey-Teams auf dem Eis: Die Jagd auf Titel Nummer 24 beginnt. Dann wäre die Mannschaft wieder Serienmeister mit fünf Meistertiteln in Folge.