Bayerischer Energiepreis 2020

Kälteanlage Bahnhof Rosenheim

Wichtiger Bestandteil des Energiekonzepts wird ausgezeichnet

Die Stadtwerke Rosenheim und die SolarNext AG erhalten den Bayerischen Energiepreis 2020 für ihr Innovationsprojekt: „Umweltfreundliche Kälteversorgung Bahnhof Nord" in der Kategorie „Kommunale Energiekonzepte". Diese Auszeichnung wurde den Stadtwerke Rosenheim gemeinsam mit ihrem Partner SolarNext AG vom Bayerischen Staatsminister für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie, Hubert Aiwanger, im Rahmen der Preisverleihung am 22.10.2020 im Bayerischen Wirtschaftsministerium in München verliehen

„Wir fühlen uns geehrt, den Bayerischen Preis 2020 zu erhalten", freut sich Dr. Götz Brühl, Geschäftsführer der Stadtwerke Rosenheim. „Der Bayerische Energiepreis ist für uns Ermutigung und Ansporn in unseren Anstrengungen fortzufahren und auch anderen Stadtwerken unseren Erfahrungen zur Verfügung zu stellen."

„Wir sind sehr stolz, ein solches Quartierskonzept unter Verwendung unseres chillii® Cooling Kits in unserer Heimatregion realisiert zu haben", erklärt Frank Molter, Vorstand der SolarNext AG.

Auszeichnung Bayerischer Energiepreis 2020
© 2020 Stadtwerke Rosenheim

Ehrgeizige Ziele – fundiertes Konzept

Die Stadtwerke Rosenheim verfolgen das Ziel, die Energieversorgung im Einklang mit ihren Klimaschutzzielen weiterzuentwickeln. Grundlage hierfür ist ein Energiekonzept, in dem die entsprechenden Ziele und Maßnahmen beschrieben sind.

Die Kälteversorgung des Quartiers Bahnhof Nord knüpft an diesen Ansatz an. Ziel ist es, eine energieeffiziente Kälteversorgung zu ermöglichen und dabei die mit der Kältebereitstellung verbundenen CO₂-Emissionen möglichst gering zu halten.

Das Konzept wurde gemeinsam mit dem hierfür beauftragten Unternehmen SolarNext AG in Bernau entwickelt und umgesetzt.

(H)eis(s)-kalt kühlen ist der Ansatz

Statt wie oftmals üblich, elektrisch angetriebene Kompressionskältemaschinen mit relativ hohem Strombedarf und F-Gasen als Kältemittel einzusetzen, kommen in diesem Projekt überwiegend thermisch betriebene Absorptionskältemaschinen, die mit dem natürlichen Kältemittel Wasser arbeiten, zum Einsatz. Als Antriebsenergie wird Abwärme verwendet, die durch das ebenfalls von den Stadtwerken Rosenheim betriebene Müllheizkraftwerk im Sommer zur Verfügung steht. Damit wird vorhandene Wärme besser genutzt. Das Kältenetz hat das Potential sich später über die gesamte Innenstadt von Rosenheim zu erstrecken.

Energieeffizienz und Potenziale zur Minderung von CO₂-Emissionen – nicht nur für Rosenheim

Der Strombedarf für die gesamten Absorptionskälteanlagen (inkl. Pumpen und Rückkühlwerk) ist bis zu 90 % geringer als bei Kompressionskälteanlagen, die CO₂-Emissionen sind im Vergleich zu einer traditionellen Kälteanlage um ca. 85 % reduziert. Ein Konzept, welches – mit entsprechenden Anpassungen – auf andere Stadtwerke und Kommunen übertragbar ist. Die Stadtwerke Rosenheim hoffen, dass diese Option bei der Entwicklung von Quartierskonzepten und Verbundlösungen vermehrt evaluiert wird, so dass zukünftig in vielen anderen Kommunen in heißen Sommermonaten Wohnungs-, Arbeits- und Serverräume mit dieser nachhaltigen Lösung (h)eis(s)-kalt gekühlt werden.

Kälteanlage auf dem Dach des Rosenheimer Bahnhofs

Eine klimafreundlichere und kostengünstige Kälteversorgung kann unter bestimmten Voraussetzungen möglich sein

Die Versorgung mit Kälte wächst in ihrer Bedeutung, da einerseits die Nachfrage steigt und andererseits die Kälte in großen zentralen Anlagen sehr viel effizienter erzeugt werden kann, als in Kleinanlagen. Dies erfordert die Errichtung von Kältenetzen, die die verschiedenen Kälteanlagen und Verbraucher mit einander verbinden. In Kombination mit der bestehenden Fernwärme kann hier ein System der Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung (KWKK) entstehen, das perspektivisch eine ressourcenschonende, wirtschaftliche und zuverlässige Kälteversorgung der Innenstadt ermöglichen kann..

Energiekonzept 2020 – Musterbeispiel für Sektorenkopplung

Die Integration von Strom, Wärme, Kälte und Wärmespeichern ermöglicht eine sektorübergreifende Nutzung von Energie. Dadurch kann die Nutzung von Strom aus erneuerbaren Quellen, etwa aus Wind- und Solarenergie, abhängig von Verfügbarkeit und Bedarf flexibel unterstützt und ergänzt werden.