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WasserDie Wasserversorgung – seit jeher eine gemeinschaftliche Aufgabe

Rosenheim könnte heute wohl kaum auf eine so reiche Geschichte zurückblicken, wenn die jeweiligen Herrscher nicht genau verstanden hätten, dass reines Trinkwasser Voraussetzung für das Wachsen und Gedeihen der Stadt ist. Dabei fällt auf: Egal, wer in Rosenheim das Sagen hatte – die Wasserversorgung wurde immer als öffentliche und gemeinschaftliche Aufgabe verstanden!

Tiefe Wurzeln

Die Wurzeln unserer Trinkwasserversorgung reichen zurück bis ins Jahr 1537, als Herzog Wilhelm IV. am Schlossberg eine Quelle einfassen und das Wasser durch Holzrohre in die Stadt leiten ließ. Hundert Jahre später wurden die ersten Bürgerhäuser an dieses Leitungssystem angeschlossen – das Wasser floss fortan direkt in die Haushalte. Weniger betuchte Bewohner holten sich ihr Trinkwasser gratis aus den öffentlichen Brunnen. Das Netz wurde in der Folgezeit stetig erweitert. Im 19. Jahrhundert übernahm der Rosenheimer Magistrat die Verantwortung für die Wasserversorgung. Die Stadtväter verabschiedeten 1862 eine sogenannte Brunnwasserverordnung, um die hohe Qualität des Wassers zu sichern.

Aufbruch im 19. Jahrhundert

Hochbehälter WalderingIn der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert wuchs die Zahl der Einwohner Rosenheims kräftig an. Der Magistrat beschloss deshalb, die Quelle am Schlossberg stärker zu nutzen, und ließ eine eiserne Wasserleitung in die Stadt bauen. Doch dies reichte nicht aus, um den stetig steigenden Wasserbedarf zu stillen. Deshalb entschied der Magistrat 1898, das Quellgebiet Neumühle-Eichbichl zu kaufen und dort ein Wasserwerk einzurichten. Diese Anlage war bis 1971 in Betrieb. Mit einer Förderleistung von 68 Litern pro Sekunde versorgte sie weite Teile des Stadtgebiets. Zudem ließen die Stadtväter in Waldering bei Stephanskirchen einen Hochbehälter bauen, dem 1934 ein zweiter folgte. Die beiden bis heute genutzten Speicher haben die Aufgabe, Schwankungen bei der Nachfrage auszugleichen.

Neue Brunnen für Rosenheim

Brunnen WillingerauAuch zu Beginn des 20. Jahrhunderts setzte sich das rasante Wachstum Rosenheims fort. Die Stadtväter machten sich deshalb auf die Suche nach neuen Quellen – und wurden bei Willing im Unteren Mangfalltal fündig. Dort gibt es große Vorkommen naturreinen Grundwassers, das für die Versorgung von Rosenheim ideal geeignet ist. Eine erste Probebohrung fand 1933 statt. Doch mit dem zweiten Weltkrieg wurde das Projekt unterbrochen. Fünf Jahre nach Kriegsende ging schließlich der erste Brunnen in Willing in Betrieb, zwei Jahre später ein zweiter. Im Jahr 1965 beschloss der Rosenheimer Stadtrat, die Anlage um zwei weitere Brunnen zu erweitern und zudem in Kreut einen dritten, deutlich größeren Hochbehälter zu errichten. Zugleich wurde die Kapazität der Leitung zwischen den Brunnen und den Hochbehältern erweitert. Im Zuge der Gebietsreform ging 1978 die Grundwasser-Gewinnungsanlage Ellmosen bei Bad Aibling in den Besitz der Stadtwerke Rosenheim über. Sie liefert heute etwa zehn Prozent des Rosenheimer Trinkwassers.

Qualität sichern

UV-DesinfektionsanlageMit hohen Investitionen haben die Stadtwerke Rosenheim in den letzten drei Jahrzehnten dafür gesorgt, dass die Versorgung der Stadt mit reinem Trinkwasser auch langfristig gewährleistet bleibt. So haben wir unter anderem ein eigenes Labor eingerichtet, um die Qualität des Wassers zu sichern. Zudem wurden die Hochbehälter und die Rohrleistungen saniert. 2011 haben wir alle Willinger Brunnen mit einer UV-Anlage ausgerüstet. Sie soll verhindern, dass das Trinkwasser – etwa bei Starkregen – mikrobiologisch verunreinigt wird. Das geschieht mithilfe von gesundheitlich völlig unproblematischem UV-Licht, das Keime abtötet. Für Ausnahmesituationen wie einem Hochwasser steht zudem eine Anlage bereit, mit der wir dem Wasser zur Desinfektion für einen begrenzten Zeitraum geringe Mengen an Chlor beigeben können. Dabei bleiben wir selbstverständlich unter den Grenzwerten, die die deutsche Trinkwasserverordnung vorsieht.


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