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GasmotorGasmotoren: Strom und Wärme aus einer Anlage

Die meisten Kohle- und Gaskraftwerke nutzen nur etwa dreißig bis vierzig Prozent der Energie, die in den jeweiligen Brennstoffen steckt. Das ist uns zu wenig! Eine Ursache für den geringen Wirkungsgrad: Bei der Stromproduktion fällt reichlich Wärme ab, die aber meist ungenutzt verdampft! Die Stadtwerke Rosenheim hingegen haben in moderne Gasmotoren investiert, die fast 90 Prozent des Energiegehalts verwerten. Denn unsere Anlagen erzeugen nicht nur Strom, sie nutzen auch die Kraftwerksabwärme. Kraft-Wärme-Kopplung, kurz KWK, nennen Experten dieses Verfahren. Den Strom speisen wir in das Rosenheimer Netz; die Wärme leiten wir in unser Fernwärmenetz und versorgen so Haushalte, Unternehmen und Einrichtungen im Stadtgebiet mit klimafreundlicher Heizenergie.

Große Flexibilität für mehr Wirtschaftlichkeit

Die Arbeitsleistung des Energieversorgers hat nur einen vergleichsweise kleinen Anteil am Strompreis, den die Kunden zahlen. Produktion, Einkauf und Vertrieb machen derzeit gerade einmal vier bis fünf Cent pro Kilowattstunde aus. Der Rest sind staatliche Umlagen und Steuern oder von den Regulierungsbehörden festgelegt, wie zum Beispiel das Netzentgelt. Umso wichtiger ist es, dass wir als Stadtwerke unseren Kostenanteil, den wir noch beeinflussen können, so niedrig wie möglich halten. Die Gasmotoren leisten hierzu einen wichtigen Beitrag:

Denn ihre Leistung lässt sich binnen kürzester Zeit stark variieren. Von null auf hundert – dazu brauchen Gasmotoren weniger als eine Minute. Diese Flexibilität gibt uns die Möglichkeit, kurzfristig auf die Lage am Strommarkt zu reagieren:

Volle Leistung, wenn der Stromeinkauf teuer ist

Wenn Windräder still stehen und Solaranlagen zu wenig Licht einfangen, steigen die Preise für den Stromeinkauf. Dann produzieren wir in Rosenheim Strom mit unseren Gasmotoren.

Motoren drosseln, wenn genügend Sonnen- und Windstrom verfügbar ist

Fegt dagegen eine kräftige Brise durch die Windparks und scheint die Sonne auf die Solardächer bei uns im Süden, ist ausreichend günstiger Strom aus nachwachsenden Energiequellen am Markt verfügbar. Dann fahren wir unsere Gasmotoren herunter. 

Diese Strategie sichert nicht nur die Stromversorgung für Rosenheim. Sie macht unsere Energieerzeugung auch besonders wirtschaftlich und sorgt für stabile Preise. Dazu tragen auch die Wärmespeicher bei, die wir in unserem Fernwärmenetz installiert haben: Sie nehmen die bei der Stromerzeugung anfallende Wärme auf, wenn der Bedarf an Heizenergie gerade gering ist, und geben sie in Zeiten großer Nachfrage wieder an das Fernwärmenetz ab.

Dreifach klimafreundlich

Dank ihrer Flexibilität können wir mit unseren Gasmotoren so genannte Regelenergie erzeugen: Strom, der die schwankenden Erträge von Wind- und Solaranlagen ausgleicht. Diese Energie ist besonders wertvoll, weil sie eine Art Sicherheitsnetz für Windräder und Photovoltaikanlagen spannt. Deshalb dienen unsere Gasmotoren gleich in dreifacher Hinsicht dem Klimaschutz:

Pro erneuerbare Energien

Indem sie sich so variabel steuern lassen, tragen unsere Gasmotoren dazu bei, die erneuerbaren Energien in das Stromsystem zu integrieren.

Contra „dreckige“ Energie

Sie entlasten die „schmutzigen“ Großkraftwerke bei der Bereitstellung von Regelenergie.

Pro „saubere“ Energie

Erdgas ist ein sehr schadstoffarmer Brennstoff. Bei der Verbrennung werden deutlich weniger Schadstoffe wie Kohlendioxid, Feinstaub, Schwefeldioxid oder Stickoxide freigesetzt als bei der Energieerzeugung aus Kohle

Eine zuverlässige Versorgung? Aber sicher!

In den nächsten zehn Jahren wird sich der Beitrag der erneuerbaren Energien zu unserer Stromversorgung verdoppeln. Die Leistung der Windräder und Solaranlagen hängt jedoch vom Wetter ab. Deshalb droht das Energiesystem bundesweit immer instabiler zu werden. Mit unseren Gasmotoren wirken wir diesem Risiko entgegen. Denn wir können ihre Leistung binnen kürzester Zeit dem Bedarf entsprechend anpassen. So sorgen wir auch künftig für eine zuverlässige Energieversorgung in Rosenheim!

Investition in weitere Anlagen

Wirtschaftlichkeit, Klimaschutz und Versorgungssicherheit: Das sind für uns drei gute Gründe, in den nächsten Jahren in weitere KWK-Gasmotoren zu investieren und das Fernwärmenetz auszubauen. Zudem entwickeln wir zurzeit eine Technologie, mit der wir einen klimaneutralen Brennstoff aus Holz und biologischen Reststoffen gewinnen. 

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