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Stadtwerke versorgen Herbstfest mit Biogas-Strom von Bauernhöfen aus der Region

Herbstfest RosenheimElektrizität aus dem Stall fürs Festzelt: Zum ersten Mal bezieht die Rosenheimer Wiesn ihren gesamten Strom von Bauernhöfen aus der Region. Dazu steuern die Stadtwerke Rosenheim Biogasanlagen im Landkreis über ein so genanntes virtuelles Kraftwerk. Dieses versorgt heuer den Glückshafen, Fahrgeschäfte, Festzelte und Buden mit klimafreundlichem Strom aus der Landwirtschaft.

Neu an diesem Verfahren sei, dass Strom aus klimafreundlichen Energien aus der Region auch in der Region vermarktet werde, erklärt Dr. Götz Brühl, Geschäftsführer der Stadtwerke Rosenheim: „In unseren eigenen Kraftwerken in Rosenheim erzeugen wir bereits seit Jahrzehnten regionalen Strom. Über das virtuelle Kraftwerk nehmen wir auch die Erzeugerleistung von Kleinkraftwerken im Landkreis mit auf. Das stärkt unsere regionale Wirtschaft und fördert eine klimafreundliche Energieerzeugung vor Ort."

21 Höfe liefern den Strom für die Wiesn

Biogas RosenheimImmer mehr Landwirte schließen sich nach Auskunft der Stadtwerke dem virtuellen Kraftwerk in Rosenheim an. „Seit dem Start im vorigen Jahr steuern wir mittlerweile bereits 21 Biogasanlagen auf Höfen rund um Rosenheim und kaufen den erzeugten Strom für unsere Kunden", sagt Brühl. Die dort erzeugte Leistung reicht mittlerweile aus, um ein großes Volksfest wie die Rosenheimer Wiesn mit Strom zu versorgen.

Herbstfest als Pilotprojekt

Herbstfest Rosenheim„Das Herbstfest Rosenheim, das seit Jahrzehnten vom Wirtschaftlichen Verband organisiert wird, ist ein Leuchtturmprojekt in unserer Region. Wir finden es klasse, dass die Stadtwerke mit ihrem Know-how Stromerzeugern aus dem Landkreis dabei helfen, ihren Strom auch für die Menschen vor Ort zu vermarkten. Und wir freuen uns, dass unser Herbstfest das Pilotprojekt für diesen innovativen Ansatz ist", sagt Reinhold Frey, Vorsitzender des Wirtschaftlichen Verbands Rosenheims.

 

Technologiesprung für Biogasanlagen

Virtuelles KraftwerkDie Teilnahme am virtuellen Kraftwerk der Stadtwerke bedeute für die Biogasanlagen einen Technologiesprung, erklärt Christian Rinser, Landwirt aus Schechen, der auch für die Regionalgruppe Oberbayern im Fachverband Biogas spricht: „Anstatt unseren Biogasstrom einfach pauschal vergütet ins Netz einzuspeisen, können wir mit Hilfe der Stadtwerke Rosenheim anspruchsvollere Energiedienstleistungen anbieten. Damit stärken wir die Energieerzeugung auf unseren Höfen und erhalten Arbeitsplätze in der regionalen Landwirtschaft."
So stellen die regionalen Biogasanlagen über das virtuelle Kraftwerk der Stadtwerke auch Reserveenergie für das Stromnetz bereit. Ein weiterer Ansatz ist, die Anlagenleistung viertelstundengenau an die Preislage am Strommarkt anzupassen. Dazu rüsten die Stadtwerke die Biogasanlagen mit Computertechnik aus, mit der sich die Kraftwerksleistung über Datennetze präzise steuern lässt.

Regionaler Klimaschutz und Stabilisierung des Stromnetzes

Biogasanlage von Christian Rinser aus SchechenZiel sei es, so Stadtwerke-Chef Brühl, für Betreiber von regionalen Biogasanlagen Vermarktungschancen auch nach Auslaufen der EEG-Förderung zu schaffen. „Mit dem Rosenheimer Herbstfest zeigen wir, wie leistungsstark regionale klimafreundliche Stromerzeugung schon heute ist", erklärt Brühl. Neben wirtschaftlichen Vorteilen für die Region profitieren auch Klima und Stromnetz von diesem Ansatz: „Strom aus Biomasse ist die ideale Ergänzung zu erneuerbarem Strom aus Solarzellen etwa. Denn Biogasanlagen oder unsere neuen Holzvergaser sind regelbar. Das heißt, sie liefern auch Strom, wenn keine Sonne scheint, oder das Stromnetz kurzfristig mehr Leistung braucht", sagt Brühl.

Herbstfest Rosenheim (Bild: Wirtschaftlicher Verband)Zu den Unterstützern für Biogasstrom aus der Region gehören auch die Volksbanken und Raiffeisenbanken in Stadt und Landkreis Rosenheim, die Biogas-Landwirten durch Finanzierung und Networking helfen und ebenfalls Überzeugungsarbeit leisten für das virtuelle Kraftwerk der Stadtwerke. „Der Ansatz der Stadtwerke ist wirklich zukunftsweisend. Durch modernste Technik und regionale Vermarktung schaffen die Stadtwerke die Grundlage für klimafreundliche Energien in der Region auch nach dem EEG", sagt Christian Bürger, Kreisdirektor Agrar der Volksbanken und Raiffeisenbank in Stadt und Landkreis Rosenheim.

Service für die Redaktion


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